Innenminister Herrmann und Unions-Fraktionssprecher Uhl haben sich mal wieder selbst übertroffen.
2006 brachte Beckstein im Bundesrat ein schärferes Verbot von sogenannten “Killerspielen” ins Gespräch…konnte aber nicht überzeugen. Jetzt wird das Thema wieder aufgewärmt, diesmal stehen nicht nur die Jugendlichen im Visier, sondern auch die Hersteller. Vordergründig geht die Debatte um Paragraph 131, der sogennante Gewaltdarstellungsparagraph. Hier wird dann bunt zwischen Killerspielen und Kinderpornographie im Netz hin- und hergesprungen, alles wird pauschal verteufelt und stigmatisiert. Am schönsten ist dann das Zitat von Herrn Uhl, sich ein Beispiel an der Zensur der chinesischen Regierung zu nehmen: Spätestens seit den Olympischen Spielen in Peking wisse man, was möglich sei. «Was die Chinesen können, sollten wir auch können. Da bin ich gern obrigkeitsstaatlich.» Bravo!
Unsere Meinung:
Herrmann und Uhl lenken die Schuld nur weg von den eigentlichen Ursachen auf ein Symptom. Das soziale Umfeld und die psychischen Eigenschaften eines Jugendlichen spielen für dessen Verhalten jedoch eine weit wichtigere Rolle, als Computerspiele das jemals könnten. Die uns bekannten wissenschaftlichen Studien konnten jedenfalls zeigen, dass gewalttätige Computerspiele nicht vermehrt zu aggressiven Verhalten führen, sondern im Gegenteil sogar als Druckventil dienen.
Wir sind davon überzeugt, dass der Jugendschutz durch die FSK und USK von Anbietern und Eltern, sowie durch die Maßnahmen der Hersteller vollkommen gewährleistet wird. Eine Verschärfung verstärkt umso mehr den Reiz des Verbotenen, zudem ist Deutschland bereits eines der Länder mit den härtesten Jugendschutzbestimmungen. Viel wichtiger wäre es dagegen den Gewaltdarstellungsparagraphen 131 endlich richtig anzuwenden und nicht noch zusätzlich willkürlich auszuweiten und so auch erwachsene Verbraucher zu bevormunden und zu zensieren.“
Natürlich kann man auf dem Rücken der Spielehersteller auch seine eigenen Versäumnisse austragen. Die Einsparungen von Seiten der Bayerischen Staatsregierung im Bereich der Jugendarbeit und die daraus resultierenden Folgen sind weitaus gravierender. Die beste Bekämpfung von Jugendkriminalität ist immernoch lohnende Alternativbeschäftigungen zu fördern. Eine gezielte Investition in die Jugendarbeit innerhalb von Vereinen oder Verbänden, ein Ausbau der Prävention und die Förderung integrativer Jugendzentren sind die ersten notwendigen Schritte. Die wahren Probleme und Versäumnisse von Elternhaus, Schule und Umfeld werden durch die Fokussierung auf die Killerspiele nur verdeckt.
Kostbare Zeit, die in das Formulieren weiterer Verbote und nicht in die Jugendlichen investiert wird!

















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