Die weiteren Beschlüsse vom Landeskongress in Augsburg

Sa, Nov 21, 2009

Allgemein

Leistungskurse erhalten – Abitur sinnvoll reformieren!

Die Jungen Liberalen Bayern lehnen die von der Bayerischen Staatsregierung beschlossene Abschaffung des Leistungs- und Grundkurssystems in der neuen Oberstufe des G 8 klar ab. Das geplante Einheitsabitur, bei dem der Schüler fast keine Wahlmöglichkeiten mehr hat, ist der falsche Weg.

Das bestehende System aus Grund- und Leistungskursen stellt dagegen sicher, dass neben einem sinnvollen Grundwissen für alle Schüler auch individuelle Schwerpunkte nach seinen eigenen Interessen und Neigungen wählen kann. Dies fördert in besonderem Maße die Entwicklung einer selbstbestimmten, eigenverantwortlichen Persönlichkeit, die aus unserer Sicht zentraler Bestandteil eines demokratischen Bildungsideals ist. Zudem können die Schülerinnen und Schüler dadurch für das spätere Berufsleben besser ihre Stärken, ihre Schwächen und ihre Interessen selbst herausfinden. Auch die Studierfähigkeit wird so gestärkt. Das bestehende Leistungs- und Grundkurssystem ist deshalb beizubehalten. Die Lehrplaninhalte müssen jedoch dahingehend reformiert werden, dass mehr Wert auf Grundwissen und eine fundierte Methodenkompetenz gelegt wird sowie in den Leistungskursen mehr Raum für praxisorientierte Projekte geschaffen wird. Die Inhalte der geplanten Seminarfächer sind in die bestehenden Leistungskurse zu integrieren. Ein Bewerbungsseminar ist separat anzubieten. Die Jungen Liberalen fordern, die Abiturprüfung wie sie momentan in G9 durchgeführt wird, beizubehalten.

Antidiskriminierungspolitik – auf dem Weg zur Knechtschaft

Die Jungen Liberalen sehen in der Antidiskriminierungspolitik und dem sog. „Gender Mainstreaming“ eine große Gefahr für die individuelle Freiheit. Die urliberale Forderung nach Gleichberechtigung aller Menschen und Gleichheit vor dem Gesetz wird auf diese Weise durch den Versuch, eine (materielle / gesellschaftliche) Gleichheit zu erreichen, ersetzt. Da die Gleichbehandlung von ungleichen Personen notwendigerweise zu sehr unterschiedlichen Ergebnissen führenwird, können alle Bemühungen, eine solche tatsächliche Gleichheit herzustellen, nur zur allmählichen Aufgabe des Grundsatzes der Gleichheit vor dem Gesetz führen. Die Jungen Liberalen Bayern fordern deshalb:

• die Reform des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes (AGG)

• die vollständige Abschaffung des Bundesgleichstellungsgesetzes (BGleiG)

• die Abschaffung der UNDP Gender Equality Strategy

• die Rücknahme aller UN-Resolutionen, die eine Geschlechtergleichstellung („gender equality“) oder Gender Mainstreaming bezwecken

• die Streichung aller Passagen in EU-Verträgen, die eine Geschlechtergleichstellung („gender equality“) oder Gender Mainstreaming bezwecken

• die Abschaffung des Leitungskomitee zur Gleichstellung von Frau und Mann (CDEG) auf EU-Ebene

• die Streichung der Gleichstellung aus der Gemeinsamen Geschäftsordnung der Bundesministerien (GGO §2)

• die Abschaffung der Gleichstellungsbeauftragten in öffentlichen Einrichtungen, sowie aller Quotenregelungen

• die Abschaffung der Gleichstellungsbeauftragten an Universitäten, sowie Aufgabe des Ziels, den Frauenanteil auf allen Ebenen der Wissenschaft zu steigern. Dazu sind §4 im Bayerischen Hochschulgesetz (BayHschG) sowie §3 im Hochschulrahmengesetz (HRG) ersatzlos zu streichen

• die Abschaffung aller staatlich finanzierten Förderprogramme, bei denen nach anderen Kriterien als der Leistung ausgewählt wird, d.h. insbesondere die Abschaffung aller geschlechterspezifischen Förderprogramme

• die Streichung der Geschlechterquote im Betriebsverfassungsgestz (BetrVG §15, Absatz 2) 

• Die konsequente Einführung des generischenMaskulinismus in allen staatlich publizierten Texten.

Die obige Aufzählung erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Nicht erwähnte Gesetze, Staatsverträge sowie Richtlinien sind sinngemäß zu modifzieren oder abzuschaffen.

Statt staatlicher Bevormundung soll die volle Vertragsfreiheit wiederhergestellt werden, dies gilt insbesondere für Vertragsabschlüsse und Kündigungen. Die Jungen Liberalen lehnen alle Beschränkungdiesbezüglich ab, die alleinige Entscheidung darüber liegt bei den Vertragsparteien.

Bei Einstellungen im öffentlichen Dienst soll der Bewerber bevorzugt werden, der am besten für die ausgeschriebene Stelle geeignet ist, unabhängig davon, ob bspw. Angehörige seines Geschlechts in der jeweiligen Abteilung mehr oder weniger als 50% ausmachen.

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Foto: eriwst auf flickr.de unter CC

Dieser Beitrag wurde geschrieben von:

Matthias Fischbach - hat bereits 41 Beiträge auf JuLis Bayern – Das Weblog verfasst.

Matthias Fischbach ist stellvertretender Landesvorsitzender der JuLis Bayern für Programmatik.

6 Kommentare für diesen Beitrag

  1. Peter Krumsauer sagt:

    Sehr schön! Auf in ein neues Bildungszeitalter!

  2. feministin sagt:

    Darf FRAU fragen wieviel Frauen bzw. Mädchen eurem Verband angehören?????

  3. Feministin2 sagt:

    Soll das ein Witz sein oder sind Sie tatächlich dafür alle Regelung zur Geschlechtergerechtigkeit zu kippen? Wie kommen Sie auf solch einen Unsinn?

  4. Claudia Stamm, MdL sagt:

    Wisst Ihr denn überhaupt, wovon Ihr redet? Bei Gender Mainstreaming geht es nicht um Frauen oder frauenspezifische Probleme oder darum, Männer zu übervorteilen. Vielmehr geht es darum, eine geschlechtersensible Perspektive einzunehmen und damit die unterschiedlichen Lebenswirklichkeiten und Probleme von Frauen UND Männern zu berücksichtigen. Und somit Gleichstellung in allen Bereichen zu erzielen.Übrigens unabhängig von der sexuellen Orientierung. Unsere jüngsten Erfolge in der Gleichstellung von Schwulen und Lesben, beispielsweise im Beamtenrecht, werden von den Liberalen für sich allein verbucht. Und dann schreit Ihr nach einer Abschaffung der Geschlechtergerechtigkeit. Da passt doch irgendwas nicht zusammen.

  5. Dominic sagt:

    Wenn es nicht um echte politische Forderungen gehen würde, hätte ich euch zu dieser grandiosen Satire gratuliert. Es wird vollkommen ausgeblendet, dass die bestehende Gesellschaft durch Chancenungleichheit den Individuen ihre Freiheit zur Entfaltung nimmt. Stellen wir uns doch einfach mal die Situation vor, dass sich eine junge Frau und ein junger Mann auf eine Stelle mit exakt dem gleichen Abschluss bewerben. Nun denkt sich der – rein statistich betrachtet – eher männliche Chef unter Umständen, dass die junge Frau ja vielleicht mal irgendwann auch Kinder kriegen möchte. Rein statistisch betrachtet wird dann wohl die Frau eher eine Auszeit nehmen für die Erziehung der Kinder, vielleicht auch Teilzeit arbeiten wollen und nicht der Vater. Was macht nun der Chef? Richtig, er bevorzugt den Mann.
    Was ihr fordert entbehrt einfach jeglichem Realitätssinn. Aber ich muss zugeben, dass ich herzlich gelacht habe.

  6. Anna sagt:

    Das kann doch nicht Euer Ernst sein! Männer dominierte Julis, so werdet ihr niemals Frauen finden, die bei Euch aktiv werden wollen!

3 Trackbacks für diesen Beitrag

  1. Antidiskriminierungspolitik – auf dem Weg zur Knechtschaft « WALPODEN5 Says:

    [...] habe ich einen Beschluss der JULIS-Bayern von ihrem letzten Landeskonkress hier verlinkt (unter dem Bildungsantrag) und zitiert. Wer Humor hat, dem garantiere ich Spass. Wer die JULIS oder [...]

  2. Grüne Jugend Schwaben :: Blog » Die JuLis und die Gleichberechtigung Says:

    [...] Nachzulesen ist das Ganze hier. [...]

  3. _jung _grün _stachelig » Blog Archive » Offener Brief an die Jungen Liberalen in Bayern Says:

    [...] Mitglieder der Jungen Liberalen in Bayern, mit erschrecken mussten wir euren Beschluss “Antidiskriminierungspolitik auf dem Weg zur Knechtschaft” zur Kenntnis nehmen. Wir sind schockiert über eure Haltung zum Kampf der [...]

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