ein kurzer Kommentar zum Einbürgerungstest

Mi, Jul 9, 2008

Allgemein

300 Fragen auf 156 Seiten! Wer liest sich die schon alle durch? Ich habe die ersten 40 Fragen durchgehalten und hier folgt nun meine Meinung. Den Fragenkatalog gibt es über Spiegel Online.

Also ich finde die Fragen gar nicht so schlecht. Am Anfang wirkt das ganze etwas banal, aber bei jeder folgenden Frage wuchs meine Überzeugung, dass es sich hierbei überwiegend um Grundwissen handelt, von dem jeder schon mal gehört haben sollte. Mir gefällt der Test so gut, ich würde ihn glatt auch an Schulen zur Pflicht machen, und zwar für jeden! 17 von 33 Frage richtig zu beantworten ist machbar, und da die Fragen nach dem Multiple Choice Verfahren formuliert sind, hilft an vielen Stellen der gesunde Menschenverstand und man lernt noch was dabei. Dass das Thema Nationalsozialismus im Vergleich z.B. zur Aufklärung eine dominierende Stelle einnimmt, spiegelt ja auch nur unser Schulbildungsprogramm. Ich bin ja ein Verfechter des Staatbürgerkundeunterrichtes, heute mehr denn je. Dazu würden die Fragen gut passen. Meine Schulbildung, die ich in Niedersachsen genossen habe, äußerte sich dazu nur ganz am Rande. Wenn wir es versäumen unseren Bürgern, und zwar allen, zu vermitteln, wie unser Staatswesen eigentlich funktioniert, dann brauchen wir uns auch nicht zu beschweren, wenn Politik nur mit Lobbyismus und Stimmungsmache verbunden wird. Ohne das Verständnis dafür, dass dieses System dazu da ist, um uns unsere Freiheit zu sichern, könnte es tatsächlich dazu verkommen.

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Dieser Beitrag wurde geschrieben von:

Alex Rieper - hat bereits 13 Beiträge auf JuLis Bayern – Das Weblog verfasst.


14 Kommentare für diesen Beitrag

  1. Arian sagt:

    Mein Eindruck nach 20 stichprobenhaft beantworteten Fragen: Alex hat Recht. In unserem Land hat jeder das Recht sich unbegrenzt Wissen über Handyklingeltöne, Fussballspieler, Pokémon oder Modelleisenbahnen anzuhäufen. Und das ist gut so.
    Seinen Auftrag kann ein Schulsystem allerdings nur erfüllen, wenn es die grundlegenden Kenntnisse über unseren Staat zum Grundkanon sonstigen Lehrstoffs in die Lehrpläne aufnimmt. Da besteht enormer Nachholbedarf, wenn ich mir meine Schulzeit so durch den Kopf gehen lasse…
    Und zum Kern der Diskussion, wie sie meistens geführt wird: Warum sollen wir nicht zu den teils unglaublichen, bürokratischen Hürden, die Ausländern vor einer Einbürgerung im Weg stehen und endlich abgeschafft werden sollten, eine ganz kleine dazupacken, die Motivation, Bewusstsein und demokratisches Wissen auf die Probe stellen? Klar kann man Gesinnung nicht testen. Das sollte ein freiheitlicher Rechtsstaat sich auch gar nicht anmaßen. Aber die genannten, durchaus nicht zu vernachlässigenden “Tugenden” sagen schon einiges über einen Einbürgerungsbewerber aus.

  2. Arianadmin sagt:

    Kleines Update: Ein Bericht über Fehler im Einbürgerungstest: http://www.die-topnews.de/fehler-bei-den-fragen-im-einbuergerungstest-312807

  3. ida sophia sagt:

    Ich habe als lange in Deutschland lebende Ausländerin 135 Fragen der 300 in etwa 45 Minuten abgearbeitet mit einer Fehlerquote von unter 8%. Für einige Fragen braucht es aber nicht nur stattsbürgerkundliche Kenntnisse, sondern vor allem sehr gute Deutschkenntnisse. Manche Fragen sind durch einfaches Nachdenken zu beantworten, einige habe ich als semantisch empfunden.

  4. Sascha sagt:

    Ich habe mir auch mal sagen lassen, daß einige wirklich gut im auswendig lernen sind :-)

  5. hkservercolocation sagt:

    thanks for sharing~

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  11. Akvaryum sagt:


    Multiple Choice Verfahren formuliert sind, hilft an vielen Stellen der gesunde Menschenverstand und man lernt noch was dabei. Dass das Thema Nationalsozialismus im Vergleich z.B. zur Aufklärung eine dominierende Stelle einnimmt, spiegelt ja auch nur unser Schulbildungsprogramm. Ich bin ja ein Verfechter des Staatbürgerkundeunterrichtes, heute mehr denn je

    Schäuble verteidigt Einbürgerungstest…

  12. gourmetfoodss sagt:

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  13. buyscheaper sagt:

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1 Trackbacks für diesen Beitrag

  1. Kurtz Report Says:

    Schäuble verteidigt Einbürgerungstest…

    Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble (CDU) hat den zum Teil scharf kritisierten Einbürgerungstest für Ausländer verteidigt. “Da wird keiner überfordert”, sagte er der “Stuttgarter Zeitung”.

    “Wir …

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