Gerade redet auf dem JuLi-Bundeskongress Hans-Dietrich Genscher. Er wurde mit Standing Ovations empfangen. Das alleine ist bei den JuLis eigentlich schon nicht selbstverständlich und es gibt durchaus FDP-Würdenträger, die nicht ganz so frenetisch begrüßt werden. Genscher erwiderte aber gleich, zu überschwängliche Vorschusslorbeeren für seine noch zu haltende Rede würden ihn nicht so glücklich machen, wie es vielleicht die Intention des Beifalls wäre. Er ist bei den Liberalen, weil sie die einzige Partei ist, die einen Personenkult nicht nötig hat. Und gleich bekam er wieder Beifall.
Eine sehr gute Rede. Er geht auf alle aktuellen außenpolitischen Problematiken in erwartet kompetenter Art und Weise ein und lässt uns JuLis förmich seine Erfahrung und – mit diesem Wort sollte man sonst tunlichst sparsam umgehen – Weisheit spüren. Wenn uns JuLis noch einmal jemand vorwirft, wir würden den Konflikt zwischen den Generationen heraufbeschwören, der sei auf den derzeitigen exemplarischen Moment verwiesen. So leise und gespannt höre die auch ansonsten gegenüber einander nicht undisziplinierten JuLis selten zu. Und auch anders herum. Genscher lobt unsere Themensetzung für den Kongress und unsere Arbeit als JuLis.
Nebenbei bemerkt. der Tagungsort macht wirklich was her. Gestern abend beim Fraktionsempfang konnte man aufgrund der Dunkelheit draußen leider nicht einen so atemberaubenden Blick über die Stadt Köln werfen, wie das bei Sonnenschein und gutem Wetter der Fall gewesen wäre. Aus dem 28. Stockwerk. Aber auch unser Tagungsort ist sehenswert und – das freut jeden Programmatiker, der ein bisschen Platz für seine Papiere braucht, nicht gedrängt.
Die Ergebnisse der Abstimmung zur Antragsreihung (Alexander-Müller-Verfahren) stehen mittlerweile auch fest. Und ganz vorne sind die Bürgerrechte gelandet mit den Anträgen zur Online-Durchsuchung und es zeigt sich, dass die JuLis Bayern – wie ich natürlich finde verdientermaßen – nicht nur mit Quantität, sondern auch mit Qualität aufwarten. DieAnträge, die auf die ersten Plätze gewählt wurden, werden unsere Programmatik bereichern und geben eine ganz klare Antwort, wo die Liberalen stehen, in einer Debatte, die zum Thema Onlineüberwachung und Privatsphäre nicht nur in der Netzwelt schwelt.
Genscher redet immer noch. Der Kongress lauscht immer noch gebannt. Zurecht.

















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November 7th, 2007 at 09:51
Bundeskongress – ein Blogrückblick…
Der Bundeskongress der JuLis in Köln, eines der liberalen politischen Highlights dieses Jahres, ist überstanden. Aus bayerischer JuLi-Sicht erfolgreich. Aber anstrengend, wie immer. Große klasse fand ich, dass wir diesmal die Bloggosph&#…
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