Gläubig und liberal – Das geht!

Ich werde immer wieder darauf angesprochen, weshalb ich in der FDP und bei den JuLis bin und mich dort engagiere. Oftmals werde ich gefragt, wieso ich als gläubiger Christ nicht bei der CSU sei und ob Mormonen tatsächlich Mehrehe praktizieren würden. Darauf will ich antworten.

Ich bin Nils und in meiner Freizeit engagiere ich mich für Flüchtlinge, leite eine Jugendgruppe in meiner Kirche und spiele liebend gerne Gitarre und Bass. Meine große Leidenschaft ist allerdings die Politik. Ein politischer Mensch war ich schon immer. Politisch aktiv geworden bin ich allerdings erst als Schülersprecher und später bei der FDP und den Jungen Liberalen, die für mich mittlerweile fast wie eine Familie geworden sind.

Deshalb möchte ich heute etwas loswerden.

Ich werde immer wieder darauf angesprochen, weshalb ich in der FDP und bei den JuLis bin und mich dort engagiere. Oftmals werde ich gefragt, wieso ich als gläubiger Christ nicht bei der CSU sei und ob Mormonen tatsächlich die Mehrehe praktizieren würden.

Darauf will ich antworten.

Ich bin wegen der Lösungsvorschläge der Freien Demokraten in der Flüchtlingskrise und wegen dem Lebensgefühl, das liberale Menschen haben, eingetreten.
Bei den FDP gibt es junge, alte, sportliche, lebenslustige, gläubige, nicht gläubige, homosexuelle oder heterosexuelle Menschen. Dort sind dicke oder dünne Menschen, Menschen mit Hauptschulabschluss, mit Mittlerer Reife oder mit Abitur, Menschen ohne Arbeit und Menschen mit Arbeit, Menschen mit Migrationshintergrund, Menschen mit viel Geld und Menschen mit wenig Geld (zu denen ich übrigens auch gehöre). Aber es sind und bleiben immer Menschen!
Wir haben so viele Perspektiven und Unterschiede, hier wird jeder akzeptiert, wie er ist. Hier wird nicht darauf geachtet, wo man herkommt, sondern wo man hin will. Hier muss ich nicht verstecken, dass ich gläubiger Christ und Mormone bin, da es normal ist verschieden zu sein. Übrigens haben wir keine Mehrehe, sondern sind ganz normale Christen und Menschen.
Ich hatte oft die Erfahrung in meinem Leben gemacht, dass Leute sich nicht getraut haben, mit mir über mich und meinen Glauben zu sprechen. Ich bin aber immer offen für Anregungen, Kritisches und Diskussionen.
Der Atheist diskutiert in der FDP und bei den JuLis mit dem Gläubigen, ohne einander zu verletzten und ohne Geringschätzung. In der Partei sagen wir: „Du hast eine bestimmte Perspektive, lass sie mit einfließen!“
Dahinter steckt ein Lebensgefühl, einander zu akzeptieren, zu schätzen und in der Sache zu diskutieren. Ich bin genau deswegen als gläubiger Christ bei der FDP. Hier kann ich mich frei ausleben und mit verschiedenen Menschen in Berührung kommen. Dieses liberale Lebensgefühl gibt es für mich nur bei uns, nicht bei der CSU oder in anderen Parteien.
Das sieht man schon beim Mitgliedsantrag: Bei der FDP wird man nicht nach der Religion gefragt. Bei manch anderer Partei schon. Deshalb bin ich als gläubiger Mormone in den Freien Demokraten gelandet. Im Gegenteil dazu, was viele behaupten, lebt es sich bei den Liberalen als Christ gut!
Ich kann auch behaupten, dass ich als gläubiger Liberaler für eine strikte Trennung von Staat und Religion bin – was nicht heißt, dass ich generell etwas gegen Religion habe. Das wird leider von vielen falsch verstanden.
Kurz gesagt bin ich eigentlich (mal abgesehen vom Programmatischen) in der FDP, weil ich die Unterschiede der Menschen und den Menschen an sich liebe. Ich hatte noch nie das Gefühl, aufgrund meiner Religion in der Partei benachteiligt oder nicht willkommen zu sein.
Für die Zukunft wünsche ich mir, dass wir dieses Gefühl in unserer Partei erhalten können. Ich liebe es, liberal zu sein und bin stolz auf meinen Glauben. Ich liebe den Menschen und die sachliche, konstruktive Auseinandersetzung.


Nils Gründer (20) studiert an der Uni Regensburg Politikwissenschaften und Jura. Seit Mitte 2015 ist er Mitglied der Freien Demokraten und seit 2016 bei den Jungen Liberalen. Bei den JuLis Oberpfalz ist er stellvertretender Vorsitzender für Organisation und Kreisvorsitzender der JuLis Neumarkt.