Mental-Health-Pakt Schule

Die JuLis Bayern fordern, dass der Bund die Bereitstellung finanzieller Mittel durch einen gesetzlichen Rahmen garantiert, um an Schulen mehr psychosoziale Unterstützung zu bieten. Dies kann beispielsweise durch Einrichten oder Betreiben sogenannter Trainingsräume geschehen, in denen Schüler Ansprechpartner finden bei Themen wie Mobbing, vertraulichen Themen, Problemen Zuhause, in denen aber auch störendes Verhalten im Unterricht thematisiert werden kann. Um dem verheerenden Mangel an Kinder- und Jugendpsychotherapeuten zu begegnen, soll der Bund dafür sorgen, dass die Kosten für die Ausbildung zum Kinder- und Jugendpsychotherapeuten vollständig übernommen werden.

Antragssteller: JuLis Oberbayern

Forschungsbremse lösen – Einen europäischen Sci-Hub für unsere Hochschulen

Die Jungen Liberalen Bayern fordern, dass wissenschaftliche Publikationen, die aus
staatlich und europäisch geförderten Projekten entstehen, über eine europäische, cloudbasierte
Plattform, auf die Hochschulangehörige Zugriff haben, frei zur Verfügung gestellt
werden müssen. Darüber hinaus fordern wir die Aufnahme von Gesprächen mit Nicht-EU
Staaten bzw. einzelnen Universitäten zur Schließung eines “Freibildungsabkommens”.
Der Zugang soll über Hochschulnetzwerke und VPN-Lösung für Doktoranden und Studenten 

Darüber hinaus fordern wir die Aufnahme von Gesprächen mit Nicht-EU
Staaten bzw. einzelnen Universitäten zur Schließung eines “Freibildungsabkommens”.
Der Zugang soll über Hochschulnetzwerke und VPN-Lösung für Doktoranden und Studenten möglich sein. 

Antragssteller: Rebecca Müller-Zurlinden, Kerry Hoppe, Johannes Kuffer, Analena Wilhelm, Vanessa Walter, Acelya Aktas, Marie Müller-Zurlinden, Valentin Groß u.a.

Bekämpfung von Diskriminierung im Sportbereich

Zusätzlich zu den fachlichen Inhalten, die bei der Absolvierung eines Trainerscheins
im Kinder-und Jugendsportbereich gelehrt und geprüft werden, müssen künftig soziale
Kompetenzen abgefragt und gelehrt werden.

Der konkrete Vorschlag ist, dass jeder Kinder-und Jugendsporttrainer, bzw. jede
Kinder und Jugendsporttrainerin im Anschluss an das erfolgreiche absolvieren seines/
ihres Trainerscheins, regelmäßig Fortbildungen zum Thema Antimobbing und gegen
Diskriminierung besuchen muss.
Diese Pflichtseminare sollen einmal jährlich angeboten werden. Zur Vereinfachung
können diese Termine online wahrgenommen werden und in Form eines Workshops
durchgearbeitet werden. Die Teilnahme an diesen Kursen verlängert die Trainerlizenz automatisch. Nimmt jemand an diesen Pflichtfortbildungen nicht teil, ruht die Lizenz zum trainieren solange, bis der Workshop absolviert wurde. Die Prüfungen für alle Trainerscheine die zu einer Tätigkeit im Kinder und Jugendbereich berechtigen, müssen zwingend einen pädagogischen Lehrteil beinhalten, um die zukünftigen Trainer und Trainerinnen für das Thema Mobbing und den Abbau von
Stereotypen im Sport zu sensibilisieren.

Ein Abbau von Diskriminierung und Rassismus im Sport lässt sich nur bewirken, wenn
die Jüngsten von klein auf lernen, dass Gewalt (auch in psychischer Fom) kein
legitimes Mittel zur Willensdurchsetzung ist. Trainer und Trainerinnen haben in
diesem Zusammenhang eine Vorbildfunktion inne und dieser müssen sie nachkommen. 

Antragssteller: Gereon Erpenbach

Stayin‘ alive, stayin‘ alive – Erste-Hilfe stärken, Überlebenschancen erhöhen

Die Jungen Liberalen Bayern fordern die Aufnahme von Erste-Hilfe-Kurse in den Lehrplan aller Schularten. In der Grundschulen sollen die Kinder bereits im Umfang von 8 Unterrichtseinheiten mit ersten Grundlagen wie der Stabilen Seitenlage vertraut gemacht werden. An den weiterführenden Schulen soll in der 5. bis 7. Jahrgangsstufe ein Kurs im Umfang von 12 UE, in der 8. bis 10. Jgst. im Umfang von 16 UE durchgeführt werden. Die Kurse sollen von Fachpersonal (bspw. Deutsches Rotes Kreuz,  Johanniter, 
 Malteser, …) geleitet werden. 

 Zusätzlich sollen alle weiterführenden Schulen mit einem AED („Laiendefibrillator„) ausgestattet werden. Schülerinnen und Schüler sollen so früh für die Benutzung der Geräte sensibilisiert und im Rahmen der Erste-Hilfe-Kurse mit deren Benutzung vertraut gemacht werden.

Antragssteller: Tobias Weiskopf, Max Hansen

Den frühen Wurm frisst der Vogel: Schulbeginn auf 9:00 Uhr verschieben

Studien zeigen, dass Schüler aufnahmefähiger sind und gesünder leben, wenn die
Schulzeit später als derzeit üblich beginnt. Wir fordern daher, denn Schulbeginn ab
der 5. Klasse in Bayern grundsätzlich von 8:00 Uhr auf 9:00 Uhr zu verschieben. Falls
dies nicht sofort flächendeckend durchgesetzt werden kann, soll zumindest zunächst an
einigen Schulen mit einem entsprechenden Testlauf begonnen werden. In jedem Fall soll
es ab 7:30 Uhr eine Betreuungsmöglichkeiten für Schüler geben.

Antragssteller: JuLis Oberbayern

Gültigkeit: 5 Jahre

Bildungsurlaub in Bayern

Wir fordern die Einführung eines Bildungsurlaubsgesetzes im Freistaat Bayern.
Um lebenslanges Lernen zu ermöglichen, ist es wichtig Arbeitnehmern die Chance zu
geben sich auch neben der Erwerbstätigkeit weiterzuentwickeln und weiterzubilden.

 Anwendung findet es bei beruflicher Weiterbildung. Auch die Qualifizierung zur
Wahrnehmung ehrenamtlicher Tätigkeiten beim THW, der Feuerwehr oder mgl.
Vergleichbaren, soll berücksichtigt und gefördert werden.

 Das Bildungszeitgesetz Baden-Württemberg dient dazu grundsätzlich als Vorlage. ist
während eines politischen Bildungsurlaubes vom Staat zu tragen. Die Auszahlung soll
möglichst unbürokratisch erfolgen

Antragssteller: JuLis München, JuLis Würzburg

Gültigkeit: 5 Jahre

Schülerevaluationen

Zur Verbesserung von Unterrichtsqualität und Lehrerleistung sollen flächendeckend zwei mal jährlich in der Mitte des Halbjahres anonyme Schülerevaluationen zur Bewertung des Unterrichts und der Lehrkräfte verpflichtend durchgeüehrt werden. Ziel dabei ist es, die Schüler in den Bewertungsprozess von Lehrkräften einzubinden. Angedacht ist dabei eine Durchführung dieser Maßnahme ab der 5. Jahrgangsstufe. Hierfür müssen jahrgangsspezifische Bewertungssysteme und -kriterien verwendet werden. Diese Evaluation soll in Form einer schriftlichen Bafragung neben fachlichen auch didaktische und pädagogische Kompetenzen abfragen. Im Rahmen dieser Evaluation sollen dem Lehrer diese Ergebnisse zur Verfügung gestellt werden, um seine Lehrerleistung verbessern zu können. Gleichzeitig fließt die Auswertung in die Beurteilung und die damit verbundene Gratifikation ein. Um die Anonymität und Objektivität sicherzustellen, ist die Evaluation von einer Lehrkraft durchzuführen, die nicht weiter mit der Klasse betraut ist.


Gültigkeit: 10 Jahre

Der Antrag wurde ursprünglich beim 80. Landeskongress und seine Gültigkeit beim 103. Landeskongress am 01.Mai 2022 um weitere 10 Jahre verlängert.


Antragsteller: JuLis Oberpfalz, LAK Bildung

Laptop und Lederhose? – Sofortmaßnahmen für einen Weg aus der bayerischen Bildungskrise


Bildung ist Menschenrecht. Durch Missmanagement, jahrelange Versäumnisse in der Digitalisierung und einen sich ständig und kurzfristig ändernden Kurs der Staatsregierung und des Kultusministeriums entwickelt sich diese Pandemie jedoch zu einer echten Gefahr für die Bildungsgerechtigkeit in ganz Bayern. Um der Bildungskrise begegnen zu können, braucht es jetzt unkomplizierte und sofort wirkende Maßnahmen. Hierbei muss der Freistaat das vielfältige kreative Engagement der einzelnen Schulen bestmöglich unterstützen, damit auf die regionalen Besonderheiten Rücksicht genommen werden kann.

  1. Funktionierende Lernplattformen braucht das Land

Online-, Fern- und Wechselunterricht können nur funktionieren, wenn den Schülern funktionierende Lernplattformen zur Verfügung gestellt werden und diese effektiv genutzt werden können. Die Plattform „mebis“ ist in dieser Funktion in der Pandemie vorerst gescheitert. Zwar muss es langfristig das Ziel sein, den Schulen bundesweit eine einheitliche lauffähige Lernplattform als Open Source-Projekt zur Verfügung zu stellen, kurzfristig ist jedoch jetzt schnelles und effizientes Handeln gefragt. Auch hier gilt: Der Staat ist nicht der bessere Unternehmer. Statt also komplett neue Plattformen aufzubauen, befürworten wir zuvorderst die Nutzung bestehender, privater Angebote. In die Plattform sollte eine Schnittstelle zur Nutzung von hochwertigen, digitalen Unterrichtsinhalten von privaten Anbietern eingebaut werden.

Seit Mai 2020 steht den weiterführenden Schulen in Bayern als Ergänzung zu mebis Microsoft Teams zur Verfügung. Es ist richtig, dass das Kultusministerium diese Förderung übernommen hat. Dass der Vertrag jedoch nach erneuter Verlängerung nun bereits im April 2021 ausläuft stellt die Schulen vor neue Unsicherheiten. Um einen reibungslosen Übergang zum vollständigen Präsenzunterricht bzw. die Umstellung zur bereits angekündigten bayerneigenen Plattform sicherzustellen, muss dieser Vertrag mindestens bis Ende des Schuljahres 2021/2022 verlängert werden. Auch nach Ende dieser Förderperiode fordern wir die Rahmenbedingungen für eine langfristige Förderung von Teams sicherzustellen, um die Digitalisierung an bayerischen Schulen weiter zu stärken.

Doch Teams reicht oft nicht aus. Deshalb haben viele Lehrerinnen und Lehrer kreative digitale Lösungen gefunden, um nicht auf mebis angewiesen zu sein. Diese Kreativität der einzelnen Lehrkräfte, die vielerorts dafür gesorgt hat, dass überhaupt digitaler Unterricht möglich ist, muss in dieser besonderen Krisensituation auch besonders gefördert werden. Hierzu muss der Freistaat den Schulen ein finanzielles Budget zur Verfügung stellen, um nach Bedarf eigene Plattformangebote entsprechend nutzen zu können.

Weitreichende Datenschutzbedenken haben an vielen Schulen dazu geführt, dass Plattformen nicht genutzt wurden. Hierzu muss der Landesdatenschutzbeauftragte eine Datenschutzbewertung von Lernplattformen durchführen und der Gesetzgeber bei Datenschutzdefiziten entsprechend tätig werden. Auch die Frage der Notenmitteilung im Fernunterricht muss dringend geklärt werden. Hierfür sind datenschutzrechtlich sichere Möglichkeiten zur schriftlichen Mitteilung zu schaffen.

Mittelfristig – bis zum Aufbau einer bundesweiten Plattform – fordern die Jungen Liberalen Bayern mebis auf den Stand zu bringen, den das Kultusministerium bereits seit 2014 verspricht. Ständige Pannen und ein Minister, der zur Lösung der Probleme von der Nutzung der Plattform abrät, dürfen nicht länger an der Tagesordnung sein. Zentrales Problem ist dabei auch das Management des Projekts. Deshalb fordern wir die Einsetzung von qualifizierten Teams, inkl. erfahrener Projektmanager für alle Softwareprojekte des Kultusministeriums.

  1. Damit jeder ins digitale Klassenzimmer findet

Doch es braucht auch funktionierende Hardware, Schulen, die mit dieser umgehen können und Lehrkräfte, die im Umgang mit Plattformen und digitaler Lehre geschult sind. Deshalb muss professioneller technischer Support vor Ort vorhanden sein. Die Umsetzung der entsprechenden Zusatzvereinbarung zum Digitalpakt muss schneller vor Ort ankommen und eine langfristige Mitfinanzierung durch den Freistaat im Schulfinanzierungsgesetz so verankert werden.

Darüber hinaus ist schnelleres Internet für alle Schulen die zentrale Grundvoraussetzung für die digitale Lehre. Das ist besonders für Wechsel- und Hybridunterrichtkonzepte wichtig. Gleiches gilt für Lehrkräfte im Homeoffice. Hier muss der Freistaat finanzielle Mittel zur Verfügung stellen, um schnell, unkompliziert und ohne Rücksicht auf den schleppenden Breitbandausbau unsere Schulen und die Lehrkräfte ins digitale Zeitalter zu holen. Insbesondere muss hier die Möglichkeit bestehen, über das LTE-Netz die notwendigen Kapazitäten zu erwerben.

Auch die bayerischen Lehrkräfte, mit ihrem oftmals sehr unterschiedlichen technischen Hintergrundwissen, müssen auf die digitale Lehre vorbereitet werden. Die Fortbildungsoffensive des Kultusministeriums ist zwar ein erster Schritt in die richtige Richtung. Jedoch fehlt es noch immer vielerorts an grundlegenden Kenntnissen. Die Jungen Liberalen Bayern fordern daher Schnellkurse für Schüler und Lehrer, damit diese sich mit den entsprechenden Programmen vertraut machen können. Zusätzlich bedarf es eine konstante Betreuung von Lehrkräften bei Rückfragen zur Nutzung von Hardware und Software. Hierzu fordern wir die Einrichtung eines bayernweiten Helpdesks für „Teams, Tablet & digitale Lehre“.

Grundvoraussetzung für Bildungsgerechtigkeit im digitalen Raum ist auch, dass ausreichend digitale Endgeräte für Schülerinnen und Schüler vorhanden sind, damit jeder am Unterricht teilnehmen kann. Doch trotz der Tatsache, dass der Bund über den DigitalPakt den Ländern weitere Mittel zur Beschaffung von Leihgeräten zur Verfügung gestellt hat, kommt die Anschaffung in Bayern nur schleppend voran. Es braucht jetzt einen Anschaffungsturbo für Leihgeräte und eine bessere Bewerbung dieser Programme. Ähnlich wie bei Lehrkräften, muss auch bei den Leihgeräten sichergestellt werden, dass diese mit einer ausreichenden Internetkapazität – im Zweifel über das LTE-Netz – ausgestattet sind. Lehrerinnen und Lehrer müssen außerdem schnellstmöglich mit Hard- und Software ausgestattet werden, die sich in die bestehende und zukünftige digitale Infrastruktur an Schulen einfügt und auch nach Ende des Distanzlernens langfristig genutzt werden kann. Diese Ausstattung muss auch nach der Pandemie weiter erfolgen.

Die Digitalisierung darf sich zudem nicht nur auf den Ersatz klassischer Einrichtungsgegenstände (wie Tafel durch Smartboard oder Overhead-Projektor durch Dokukamera und Beamer) beschränken, sondern muss sich auch fundamental in der didaktischen Methodik niederschlagen. Die neuen Möglichkeiten, die digitale Geräte bieten, müssen daher auch tatsächlich im Unterricht sinnvoll genutzt werden: Etwa durch individuelle Recherchearbeiten im Internet oder neue Formen des Coworkings an gemeinsamen Projekten. Auch traditionelle Methoden der Leistungserhebung sollten überdacht werden: Statt weiterhin nur stumpf auswendig gelerntes Wissen auf Papier oder durch Ausfragen zu testen, könnten auch hier neue, digitale Wege – auch unter bewusster Zuhilfenahme des Internets – beschritten werden, die z.B. Methodenkenntnisse erfordern. Dies muss bereits im Lehramtsstudium bzw. über entsprechende Fortbildungen vermittelt werden.

III. Für weltbeste Bildung

Uns Jungen Liberalen Bayern sind Bildungsgerechtigkeit und gleiche Aufstiegschancen besonders wichtig. Hierbei darf die Corona-Pandemie nicht zu einem Desaster für die Bildung in Bayern werden. Deshalb muss das Kultusministerium den bayerischen Schülerinnen und Schülern entgegenzukommen und Corona bedingte Nachteile ausgleichen.

Die allgemeine derzeitige Lernstoffvermittlung muss erweitert und verbessert werden. Es müssen denjenigen Schülerinnen und Schülern, bei denen die Lehrkräfte erhebliche Lücken feststellen, die Möglichkeit bekommen Nachhilfestunden in Kleingruppen auf Kosten des Freistaats zu beziehen. Hierzu sind insbesondere Studierende anzuwerben, die dadurch zum einen ihre finanziellen Einbußen im Rahmen der Pandemie ausgleichen und zum anderen bereits erste Lehrerfahrung sammeln können. Diese sollen Intensivierungsstunden vor allem in den Kernfächern anbieten. Die Anwerbung erfolgt über die einzelnen Schulen. Die Mittel hierzu stellt der Freistaat Bayern im Rahmen eines eigenen Budgets den Schulen zur Verfügung.

Schon jetzt ist ersichtlich, dass Pandemie, Lockdown und schleppender Online- Unterricht zu weitreichenden Bildungslücken bei vielen Schülerinnen und Schülern geführt haben. Hierzu sind möglichst zeitnah Daten zu erheben. Anhand dieser Datengrundlage sollen dann konkret zusätzliche Intensivierungsstunden organisiert werden.

In einem letzten Schritt muss es die Option einer freiwilligen Wiederholung des Schuljahres 2020/2021 geben. Hierbei muss jedoch darauf geachtet werden, dass sich dabei keinerlei Nachteile ergeben. Insbesondere sind etwaige Wiederholungs- und Rücktrittsregelungen nicht anzuwenden.


Gültigkeit: 1 Jahr

Die Gültigkeit dieses Antrages wurde am 12.02.22 beim 102. Landeskongress um ein Jahr verlängert.


Antragsteller: Jannik Noah Jürß, Kerry Aileen Hoppe, Yannik Mohren, Johannes Kuffer, Neele Wagner, Maximilian Funke-Kaiser, Carl Schneegaß, Dominik Konrad, Analena Wilhelm, Gabriel Wölfel, Max Bruder, Max Hansen, Ramón König, Valentin Groß, Maxime Beck, Stefan Edenharder, Dominik Winkel, Lucas von Beckedorff, Sam Batat, Sascha Renner, Luca Scharf, Sascha Perkuhn, Felix H. Meyer, Tobias Dutta, Anton Blanke, Tarek Carls, Luca Brambrink


Für eine sinnvolle und zielführende Corona-Öffnungspolitik

Die Corona-Pandemie hat uns fest im Griff. Selbstverständliches wurde zur Ausnahme. Ausnahmen wurden zur Regel. Doch der Impfstoff macht Hoffnung, dass zumindest in absehbarer Zeit gesellschaftlich-freiheitliches Leben wieder möglich ist. Bis dahin ist es Pflicht und Aufgabe aller staatstragender und demokratischer Parteien gute Konzepte und Strategien zu entwickeln, die dafür sorgen, dass Gesundheits- und Freiheitsschutz in einen schonenden Ausgleich gebracht werden.

Öffnungsperspektive für Hochschulen und Universitäten

Bildung ist Menschenrecht für alle. Für uns Junge Liberale Bayern stehen Bildungschancen an oberster Stelle. Daher ist es wichtig neben der Priorisierung von Schulen und Kitas auch die Hochschulen und Universitäten zu berücksichtigen und eine Öffnungsperspektive zu schaffen. Dabei sollte jeder Studierende miteinbezogen und niemand vernachlässigt werden.

Die Hochschulen und Universitäten leben vom gemeinsamen Lernen und Leben. Durch die aktuellen Maßnahmen fällt dies jedoch weg. Die meisten Studierenden leben alleine auf kleinem Wohnraum und haben dadurch nur sporadischen Kontakt zu ihren Mitmenschen. Eine Verlagerung der Hochschulen und Universitäten in das Digitale kann kaum die Vorteile der Präsenzlehre ersetzen. Universitäten und Hochschulen leben vom ständigen Austausch, dies ist digital jedoch nur sehr begrenzt möglich. Auch die Universitätsbibliotheken sind nur eingeschränkt nutzbar, trotz Click und Collect Möglichkeiten. Dies betrifft insbesondere den Zugang zu nicht ausleihbaren Medien und die Nutzung von Lernräumen. Die Unsicherheit bezüglich der Öffnungsperspektiven der Hochschulen und Universitäten haben des Weiteren auch negative Auswirkungen auf die psychische Verfassung der Studierenden. Angst, Demotivationen, Substanzmissbrauch, Essstörungen und Depressionssymptome treten immer häufiger unter Studierenden auf.

Die Gruppe der Studierenden findet in der aktuellen Situation wenig Gehör. Dies ist ein Zustand, den wir schnellstmöglich verhindern und entgegenkommen wollen. Deshalb fordern wir, dass bei einem etwaigen Öffnungskonzept die Hochschulen und Universitäten genauso wie die Schulen und Kitas besonders berücksichtigt und baldige Öffnungsperspektiven geschaffen werden.

Gültigkeit: 1 Jahr

Die Gültigkeit dieses Antrages wurde am 12.02.22 beim 102. Landeskongress um ein Jahr verlängert.


Antragsteller: JuLis Mittelfranken, JuLis Unterfranken, JuLis Oberfranken


Schule aus dem 19. Jahrhundert – Zeit für ein liberales Update!

I. MEHR INHALTLICHE FREIHEIT DURCH PROFILBILDUNG

Wir wollen den Schüler in den Mittelpunkt der Bildung stellen. Dabei setzen wir auf  die Möglichkeit von individueller Profilbildung. Schüler sollen frühzeitig zu  eigenständigen Wahlentscheidungen hingeführt werden, damit sie ihre individuellen  Stärken und Fähigkeiten ausleben können.

  1. Differenzierte Wahlpflichtangebote

Wir setzen uns konkret für ein differenziertes Wahlpflichtangebot ein. Neben – zu  definierenden Pflichtfächern – soll es in Zukunft die Möglichkeit geben noch mehr  individuelle Schwerpunkte zu setzen.

In der Umsetzung sind allgemein folgende Dinge zu beachten:   Die Elemente eines Profils sind organisatorisch dauerhaft angelegt, d.h. sie bilden  ein verlässliches Angebot in jedem Schuljahr.   Die Elemente eines Profils sind systematisch im Angebot der Schule verankert, von  vielen getragen und nicht an Einzelpersonen gebunden.   Die Elemente eines Profils sind nicht auf den außerunterrichtlichen und freiwilligen  Bereich beschränkt, sondern finden zusammen mit den Pflichtfächern statt.

Die Rahmenbedingungen für diese differenzierten Wahlpflichtangebote sind schulartspezifisch zu erarbeiten und haben die besonderen Ausgangslagen zu berücksichtigen. Das genaue Wahlpflichtangebot soll jedoch in der jeweiligen Verantwortung der einzelnen Schule liegen. Innerhalb des schulartspezifischen Rahmens soll die jeweilige Schule deshalb ein Gesamtkonzept zur Profilbildung entwickeln, welches sich insbesondere an der Nachfrage der Schüler/innen einerseits und dem Angebot qualifizierter Lehrkräfte andererseits vor Ort orientiert. Dieses Gesamtkonzept muss in einem Entwicklungsprozess schrittweise im Selbstverständnis der Schule verankert werden. Auch die Standards können in der Regel nicht ad hoc erreicht werden, sondern sind im Rahmen des Entwicklungsprozesses schrittweise aufzubauen. Hier haben die Schulen die Möglichkeit eigene Schwerpunkte zu setzen und eigenständige Angebote zu machen und sich so im Wettbewerb von anderen Schulen durch neue, bessere oder einzigartige Angebote abzuheben.

  1. Differenzierung nach Schularten und Jahrgangsstufe

Bei der Ausgestaltung des Wahlpflichtsystems ist hier besonders wichtig, dass ein  schrittweises Hinführen der Schüler an die vielen Auswahlmöglichkeiten geschieht. Je  weiter die Schüler fortschreiten, desto mehr Profilmöglichkeiten sollen sich ergeben.

  1. Lehrplan beibehalten und gleichzeitig Flexibilität ermöglichen

Der Lehrplan als zentrales Steuerungsinstrument ist eine wichtige bildungspolitische  Konstante für Lehrer, Schüler und Gesellschaft. Er dient der Orientierung und schafft  Möglichkeiten der individuellen Ausfüllung sowie Umsetzung von Inhalten.

Innerhalb der Rahmenregelungen des Lehrplans wollen wir jedoch noch mehr Flexibilität ermöglichen.   Dazu muss im Lehrplan insbesondere der Umfang des Pflichtfach-Anteilsschrittweise reduziert bzw. in den Wahlpflichtbereich überführt werden, um Raum für eine flexiblere Profilbildung zu schaffen. Hierdurch ist es  Schulen möglich, auf unterschiedliche (regionale) Bedürfnisse der Berufs- und  Arbeitswelt sowie die individuellen Interessen der Schüler/innen zu reagieren. Dies schafft neben dem regulären Lehrplan eine zusätzliche  inhaltliche Aktualität des Unterrichtsstoffes. Ein Schulfach sollte daher laut Lehrplan künftig nur noch dann zwingend belegt werden müssen (Pflichtfach), wenn es grundlegendes Allgemeinwissen vermittelt, welches unabhängig der konkreten, späteren Berufswahl für das nachfolgende Leben als eigenverantwortliches, mündiges Mitglied unserer freiheitlichen Gesellschaft Voraussetzung ist. Dazu zählen wir insbesondere grundlegende Kenntnisse unseres Staats-, Rechts- und Wirtschaftssystems, geschichtliches und naturwissenschaftliches Basiswissen, wissenschaftstheoretische und philosophisch-ethische Grundsätze, sowie die Grundlagen der Mathematik, derdeutschen Sprache und Englisch als Fremdsprache. Es sollte hingegen nicht die Aufgabe von Pflichtfächern sein, detailliertes Wissen über einen speziellen Fachbereich zu lehren. Hierfür können die Schüler/innen künftig die vertiefenden Angebote des Wahlpflichtbereiches in Anspruch nehmen.

  1. Inhaltliche Aktualität des Unterrichtsstoffes.

Der Wahlpflichtbereich soll jedoch künftig nicht nur ursprüngliche Pflichtfächer umfassen, sondern auch um neue Fächer ergänzt werden, die entweder bisher in der Schule wenig gelehrt werden (z.B. handwerkliche Angebote oder neue Fremdsprachen), oder die Vertiefungsmöglichkeiten zu bestehenden Fächern bieten (z.B. einzelne Programmiersprachen oder bestimmte Teildisziplinen / Fachrichtungen). Dies ermöglicht es, sich bereits in der Schulzeit mit den eigenen Interessen und Fähigkeiten tiefer auseinanderzusetzen, neue (möglicherweise vorher unbekannte) Fachbereiche kennenzulernen und sich intensiver mit Themen zu beschäftigen, die bisher nicht zwingend im Lehrplan vorgesehen sind. So kann perspektivisch auch dem Fachkräftemangel begegnet werden, indem Schüler vielfältigere Berufschancen aufgezeigt bekommen.

 

II. BEDARFSORIENTIERTE UND INDIVIDUELLE FÖRDERUNG ERMÖGLICHEN

Wir wollen die Förderinfrastruktur Bayerns ausbauen und fordern die Erarbeitung eines  Förderkonzeptes für Bayern.

Pädagogisches Leitziel muss die Schaffung bedarfsorientierter und individueller  Fördermöglichkeiten sein. Damit sind zielgerichtete Lernangebote gemeint, die sich an  alle Schüler richten, insbesondere an solche mit besonderen Schwächen und an solche  mit besonderen Stärken.  Ein entsprechendes Förderkonzept stellen wir uns in Grundzügen wie folgt vor:

  1. Ganztagsschulangebote ausbauen  

Zunächst müssen insgesamt freiwillige und teilweise verpflichtende Ganztagsangebote  ausgebaut werden.

a. Grundschule, Ganztag und Hort 

In der Grundschule soll der Besuch eines Horts freiwillig sein. Zusätzlich sollen der gebundene sowie der offene Ganztag flächendeckend angeboten werden und somit allen Schülern der Besuch des Ganztags möglich sein. Wichtig ist, dass ein echtes Betreuungskonzept vorhanden ist, welches einen Rahmen für regulierte und planvolle Aufsicht vorgibt. Dazu zählen insbesondere freiwillige Angebote für interessierte Schüler und die Förderung von Schülern mit besonderen Schwächen. Förderunterricht kann verpflichtend sein, sofern klärende Gespräche zwischen den Beteiligten nicht zur Besserung führen.

b. Weiterführende Schulen mit Ganztagsschulangeboten 
An weiterführenden Schulen soll es drei Formen von Ganztagsangeboten geben. Voll  verpflichtende, teilweise verpflichtende und komplett freiwillige. Welche Schulform  die Schule anbietet, liegt im Ermessen der konkreten Schule.   Grundsatz soll allerdings zunächst das freiwillige Angebot sein. Ausnahme sind  verpflichtende Förderangebote für Schüler mit besonderen Schwächen.   c.

c. Förderschule

Bei Förderschulen setzen wir uns für individuelle und konkret angepasste Betreuungs- und Ganztagsangebote ein.

2. Inhaltliche Gestaltung und Schwerpunktsetzung 

Die konkrete Gestaltung richtet sich nach der jeweiligen Schulform unter  Berücksichtigung von Jahrgangsstufe und der besonderen Ausgangssituation. Wichtig ist  auch hier, dass jeder Schule eine Schwerpunktsetzung möglich sein muss.

a. Angebote zur leistungsdifferenzierten Förderung und Forderung

An jeder Schule muss es leistungsdifferenzierte Förderung und Forderung geben,  welches sich an den Bedürfnissen des jeweiligen Schülers orientiert. Insbesondere  soll individuelle Förderung für sowohl leistungsschwache als auch leistungsstarke  Schüler angeboten werden. Der Besuch ist grundsätzlich freiwillig. Leistungsschwache  Schüler können zu Förderunterricht verpflichtet werden. Dies soll allerdings das  allerletzte Mittel sein, insbesondere sollen zuvörderst klärende Gespräche zwischen  den Beteiligten geführt werden.   Als Mindestangebote muss es zum einen Zusatzstunden für Grundlagenfächer (Deutsch,  Englisch, Mathe und sonstige ggf. schulartspezifische Grundlagenfächer) und  Naturwissenschaften (Informatik, Physik, Chemie) geben. Zum anderen müssen Nachhilfe  und Hausaufgabenbetreuung vorhanden sein.

b. Unterrichtsergänzende Projekte und Angebote

Als zweites muss es auch unterrichtsergänzende Projekte und Angebote geben. Hier haben die Schulen einen Spielraum.  Als zwingende Mindestangebote muss jede Schule Zusatzstunden zur politischen Bildung,  sowie bestimmte besondere Projekte anbieten. Verpflichtend ist das Angebot wirtschaftsbezogener Projekte. Hierzu ist auch die Zusammenarbeit mit politischen Parteien, Jugendorganisationen und Unternehmen zu erleichtern. Bei Schüler/innen, die sich neben der Schule ehrenamtlich betätigen, soll dieses Engagement außerdem lobend im Zeugnis erwähnt werden.

c. Freizeitangebote und Schwerpunktbereiche

Bei Angeboten im schulischen Freizeitbereich hat jede Schule einen Spielraum. Darüber  hinaus steht es jeder Schule frei weitere Angebote zu schaffen und eigene  Schwerpunkte zu setzen. Mindestvorgaben soll es keine geben.

3. (Personelle) Umsetzung des konkreten Förderunterrichts 

 

Die leistungsdifferenzierten Unterrichtseinheiten zur Förderung und Forderung sollen durch Lehrer, Pädagogen oder sonstiges Fachpersonal durchgeführt werden.

Weiterhin muss die Möglichkeit geschaffen werden, dass sich Schüler auch gegenseitig beim Lernen unterstützen – so sollen Tutorien eingerichtet werden, in denen ältere, gute Schüler Jüngeren beispielsweise Nachhilfe geben oder bei den Hausaufgaben helfen. Diese Arbeit soll, genauso wie ehrenamtliches Engagement oder andere außerschulische Leistungen, ebenfalls im Zeugnis vermerkt werden.

Bei sonstigen Angeboten, insbesondere bei unterrichtsergänzendem und freizeitbezogenem Unterricht, soll eine Zusammenarbeit mit außerschulischen Partnern möglich sein. Insbesondere sollen ergänzende und vertiefende Einheiten auch von Referenten aus dem jeweiligen Beruf angeboten werden können.

 

  1. Raumkonzept

Für alle Förder- und Forderangebote müssen die Schulräume zur Verfügung gestellt  werden.  Besondere Räume für bestimmte Förderangebote (z.B. Experimentieren im Rahmen von  Chemie) sollen unter Aufsicht zur Verfügung gestellt werden.  Besondere außerschulische Räumlichkeiten können ebenfalls genutzt werden.  Schließlich ist auch die Nutzung des digitalen Raumes denkbar und wünschenswert.

III. DIGITALE SCHULKONZEPTE

Wir begrüßen die vielen neuen digitalen Möglichkeiten und sehen diese als Chance für  die Bildung der Zukunft. Deshalb soll es jeder Schule freistehen, digitale Konzepte und Digitalunterricht zu ermöglichen und zu etablieren. Hierbei sollen auch neue didaktische Lehr- und Prüfungsmethoden ausgetestet werden können; darunter etwa interaktive Gruppenarbeiten, digitale Erlebniswelten und “Open-Book”-Tests unter Zuhilfenahme des Internets, um Kenntnisse von Recherche-Methoden und Quellenbeurteilung zu vermitteln. Dabei ist darauf zu achten,

und Digitalunterricht zu ermöglichen und zu etablieren. Um dafür zu sorgen, dass jede Schule die Chancen wahrnimmt und sich auch denen Bewusst ist, soll es verpflichtende Weiterbildungen für Lehrer bzw. Pädagogen geben. Des Weiteren soll ein Forum zu best practices im Bereich der Digitalisierung etabliert werden, in welchem die Verantwortlichen der Digitalkonzepte der Schulen zu einem mindestens jährlichenTreffen zusammenkommen. Dabei ist darauf zu achten, dass die kindliche Entwicklung im Vordergrund steht und dem Sozialisationsgedanken  des klassischen Schulumfeldes ausreichend Rechnung getragen wird.

Eine Zusammenarbeit mit anderen Schulen unter Anrechnung von Online-Unterricht würden  wir begrüßen. Für die eigene Profilbildung ist diese Art der Angebotserweiterung  besonders gut geeignet, weil der Schüler nicht mehr auf die örtlichen Schulangebote beschränkt ist. Hierfür sollen eine digitale Schulplattform weiter ausgebaut werden, auf der Unterrichtsmaterialien untereinander ausgetauscht oder ganze Kurse imFernunterricht gehalten werden können. Die jeweils produzierende Schule sollte hierfür selbstverständlich eine finanzielle Vergütung erhalten; auch, um den monetären Anreiz für entsprechende hochwertige Angebote zu erhöhen.

 

IV. STUDIENREFORM 

Wir wollen den Lehrerberuf attraktiver gestalten.  Dazu fordern wir ein grundsätzlich flexibleres Lehrerbildungsmodell, bessere und  regelmäßige Fortbildungsmöglichkeiten, die vermehrte Vermittlung  anwendungsorientierten Wissens und einen veränderten Studienaufbau. Mehr Praxisbezug  wollen wir durch ein duales System in Form einer staatlichen Lehrerbildungsakademie  herstellen.

Außerdem wollen wir, dass die ersten drei Semester als Orientierungssemester genutzt  werden können. Die Wahl der Schulart soll erst nach dieser Orientierungsphase  stattfinden.  Durch ein reguläres Praxissemester sollen die Studierenden frühzeitig mit dem  Lehrerberuf vertraut gemacht und auf die Realität im Berufsalltag vorbereitet  werden.

Den Studierenden soll die Möglichkeit gegeben werden, innerhalb des Studiums den  Schwerpunkt der Schulart einfacher zu wechseln, ohne dabei wertvolle Studienzeit zu  verlieren.

Deshalb fordern wir eine “Exit-Strategie” für Studierende. Mit der Exit-Strategie  werden Studierende so ausgebildet und qualifiziert, dass sie sich nach ihrem Studium  auch für einen anderen Beruf entscheiden können. Durch die Belegung zusätzlicher  Module sollen die Studierenden die Möglichkeit haben, einen Fachbachelor zu  erwerben.

 

 

V. ANSTELLUNGSSYSTEM REFORMIEREN UND QUEREINSTIEG ERMÖGLICHEN

Wir Junge Liberale Bayern setzen uns für eine Anstellungsreform ein, welche die  verschiedenen Beschäftigungsarten, den Quereinstieg und das Vergütungssystem neu denkt.

  1. Leistungsgerechte Anstellung und Bezahlung

Wir Junge Liberale Bayern wollen die Verbeamtung von Lehrkräften auslaufen lassen und stehen für eine unbefristete Anstellung und leistungsgerechte Bezahlung.

Konkret setzen wir dabei auf ein zweigleisiges Anstellungssystem. Wir wollen eine  echte Wahlmöglichkeit zwischen Verbeamtung und Anstellung schaffen, damit jeder  angehende Lehrer unter Abwägung der jeweiligen Vor- und Nachteile die für sich  individuell passende Anstellungsart wählen kann. Für das bayerische Ziel, alle Lehrer  zu verbeamten, ist in Zukunft kein Raum mehr.  Verbeamtungen werden in Zukunft weiter  durch den Freistaat Bayern durchgeführt. Sonstige Anstellungsverträge werden  grundsätzlich von der jeweiligen Schule selbst abgeschlossen.

  1. Quereinstieg als fester Bestandteil des Bildungssystems

Wir wollen den Quereinstieg in den Lehrerberuf aktiv ermöglichen und als festen  Bestandteil unseres Bildungssystems etablieren. Ziel ist es, dass die Schüler von  Fachkräften und Quereinsteigern mit verschiedenen Lebensläufen und Lebenserfahrungen  profitieren.

a. Fachlehrer für (Wahl)Pflichtunterricht

Für Quereinsteiger, die auf ihrem Fachgebiet an weiterführenden Schulen unterrichten  wollen, muss es ein Aufbaustudium zur Nachqualifizierung im pädagogischen Bereich  geben. Hierbei sind bürokratische Hindernisse möglichst zu beseitigen.  Für einen Quereinstieg an einer Förderschule, müssen entsprechende Qualifikationen  mitgebracht werden. Dasselbe gilt – wegen der besonderen pädagogischen  Qualitätsanforderungen – für die Grundschulen, weshalb ebenfalls hohe Anforderungen  zu erfüllen sind.

b. Lehrer für freiwilligen und unterrichtsergänzenden Unterricht

Ergänzender und freiwilliger Unterricht soll jederzeit und ohne entsprechende  pädagogische Anforderungen möglich sein. Gerade bei irregulärem Unterricht können  Schüler von den Erfahrungen von Praktikern und Fachkräften profitieren, die nebenbei  ihr Wissen weitergeben wollen.

c. Schulleiter 

Schließlich wollen wir auch einen Quereinstieg für Schulleiter ermöglichen. Aufgrund  der neuen Unabhängigkeit und Selbständigkeit der Schulen stellen sich der  Schulleitung neue Herausforderungen. Jeder Mensch mit Erfahrung im Führen und Leiten  von organisierten Einheiten kann diese Aufgabe im Grundsatz erfüllen.

 

  1. Für gerechte und individuelle Vergütungen

Vergütungen müssen gerecht sein. An der Höhe der Vergütungen bei bestehenden Beamtenverhältnissen ändert sich im Grunde nichts.

Allerdings wollen wir die besonderen Leistungsbezüge nach den Art. 66  ff. BayBesG deutlich erhöhen, um die Anreize für guten und herausragenden Unterricht  zu schaffen.

Bei Angestellten zählt im Grunde zunächst der ausgehandelte Arbeitslohn. Allerdings  darf dieser ein gleichstufiges Beamtengehalt nicht unterschreiten.  Tendenziell ist ein höheres Gehalt wünschenswert, welcher sich jedoch durch die  Kräfte des Marktes im Rahmen von Angebot und Nachfrage ganz von selbst einstellen  wird, sofern die betreffende Lehrperson die gefragten Qualifikationen mitbringt.

VI. FREIES BUDGET FÜR FREIE SCHULEN

Wir Junge Liberale Bayern setzen uns für eigene Budgets von Schulen ein, über welche  die Schulen selbst und eigenverantwortlich verfügen können.

  1. Zweckgebundenes und zweckfreies Budget

Künftig sollen die Schulen im Grunde die Budgethoheit in Bezug auf den Personal- und  Sachaufwand haben. Darüber hinaus soll ein Teil des (jährlichen) Gesamtbudgets zur  freien Verfügung der Schule stehen.

a. Höhe des Budgets und besondere Förderungen nach Sozialindex

Die Höhe des jeweiligen Budgets muss anhand der Schulart, der besonderen Bedürfnisse  und der konkreten Situation der Schule festgelegt werden. Insbesondere kann die Höhe  der selbstgetragenen Personalkosten stark variieren.   Wichtig ist uns besonders, dass Sondergelder und Förderungen für Schulen mit  schwierigen Ausgangslagen aufgesetzt und gewährt werden. Die Höhe soll sich nach  Sozialindex und Förderbedarf richten.

b. Personalaufwand
Der konkrete Personalaufwand richtet sich nach der Schulart, der konkreten Situation  und Größe der Schule. Für den Gestaltungsspielraum der Schule ist es dabei wichtig, dass ein ausreichendes  Budget für Anstellungsmöglichkeiten für nichtverbeamtete Lehrer vorhanden ist. Auf  Grundlage von Prognosen kann auf Antrag zu jedem neuen Schuljahr ein höheres  Angestelltenbudget gewährt werden.

c. Schulaufwand

Beim Schulaufwand muss eine ausreichende Kostendeckung gewährleistet sein, damit die  wesentlichen Bildungsaufgaben durch die Schule erfüllt werden können.  Dabei muss ein besonderer finanzieller Fokus auf die Ausgaben für eine  funktionierende Förderinfrastruktur gelegt werden. Eine solche muss an jeder Schule  durch einen ausreichenden Teil im Budget abgedeckt sein.  Bauliche Maßnahmen sollen vorwiegend über Zuschüsse und Kostenübernahmen durch den  Bund oder das Land erfolgen.  Die Beantragung weiterer besonderer Zuschüsse (z.B. durch die Gemeinde oder die EU)  soll den Schulen weiterhin zustehen.

c. Geld zur freien Verfügung

Für uns Junge Liberale ist es nicht akzeptabel, dass Direktorinnen und Direktoren bei den jeweiligen Trägerinstanzen Jahr für Jahr um Budget für individuelle Anschaffungen betteln müssen, damit dann im darauffolgenden Jahr Mittel bereitgestellt werden. Deshalb braucht es Geld zur freien Verfügung der Schule. Solche unbürokratischen Innovations- und Schwerpunktbudgets sind besonders wichtig, damit Schulen individuelle Projekte voranbringen oder besondere Schwerpunkte setzen können. Dieses freie Budget kann darüber hinaus sowohl für besonderen Personalaufwand als auch für besonderen Schulaufwand eingesetzt werden.Wichtig ist, dass gewisse Richtlinien und Vorgaben geschaffen werden, welche einen Missbrauch verhindern.

  1. Direkte Geldflüsse von Bund und Ländern an die Schule

Das Budget einer Schule soll künftig – unter Lockerung des Kooperationsverbots –  durch direkte Geldflüsse von Bund und Land gefüllt werden. Die Kommunen sollen hier  keinerlei finanzieller Verpflichtungen mehr ausgesetzt sein. Bildung muss auch in  finanzieller Hinsicht eine gesamtstaatliche Aufgabe sein.

a. Bund soll Schulaufwand finanzieren
Für den Schulaufwand soll künftig der Bund finanzielle Mittel bereitstellen. Dabei  sollen spezifische Geldflüsse definiert werden.  Wir fordern die Bereitstellung von Geldern für die äußere Schulinfrastruktur und die  Anschaffung von Lernmaterialien und –mitteln. Bei der konkreten Anschaffung der  Lernmaterialien hat der Bund keinerlei Mitspracherecht.  Weiterhin fordern wir, dass der Bund Gelder für den Ausbau von konkreter  Förderinfrastruktur für schwache und starke Schüler bereitstellt. Bei der konkreten  Verwendung des Geldes hat der Bund ebenfalls kein Mitspracherecht.  Darüber hinaus soll es möglich bleiben, dass die Kommunen oder das Land  Bayern zusätzlich weitere Geldflüsse und Förderprogramme aufsetzen.

b. Personalaufwand bleibt Ländersache

Soweit es um die Beamtenverhältnisse geht, sind diese meist Landesbeamte, weswegen  das jeweilige Bundesland die finanzielle Verantwortung zu tragen hat.  Zusatzprogramme und Zuschüsse vom Bund für die Anstellung von nichtverbeamteten  Lehrern sollen jedoch möglich sein.

c. Eigenes Geld anhäufen
Schließlich soll es in engen Grenzen und nach bestimmten Vorgaben möglich sein, dass Schulen ihr Budget auf andere Art und Weise anwachsen lassen. Dieses Geld steht in jedem Fall zur freien Verfügung der Schulen. Die Schülervertretungen werden zur Mitsprache bei Budgetentscheidungen berechtigt. Konkret soll es mehrere Möglichkeiten geben. Beispielhaft sei das Ansparen von Geld für künftige Projekte und das Vermieten von Räumen genannt. Ebenfalls soll das Annehmen von Spenden möglich sein, wobei sich jegliche Einflüsse auf die Inhalte und Organisation der Schule verbieten.

4. Verwaltung und Kontrolle

Mit einer Budgethoheit sind neue organisatorische und verwaltungsrechtliche Aufgaben  verbunden.  Deshalb muss die Verwaltung einer jeden Schule mit ausreichendem und geschultem  Personal aufgestockt werden, damit der Schulleiter diese neuen Aufgaben nicht alleine  tragen muss.  Darüber hinaus muss das Finanzverhalten der Schulen kontrolliert werden. Es muss eine  unabhängige Finanzaufsicht geben. Es müssen  jährliche Rechenschaftsberichte angefertigt werden. Regelmäßige Finanzprüfungen sollen ebenfalls stattfinden. Außerdem sollten regelmäßige Leistungsverleiche den Bildungserfolg der Schulen unter fairer Berücksichtigung der jeweiligen Rahmenbedingungen erkennbar machen. Durch Transparenz über die Ergebnisse von guter Bildungsarbeit findet in Verbindung mit der nötigen Wahlfreiheit die beste Form der Erfolgskontrolle statt und gute Leistung wird belohnt.


Antragsteller: Yannik Mohren, Karl Tilman von Heygendorff, JuLis Unterfranken, JuLis Mittelfranken, JuLis Oberfranken


Gültigkeit: unbegrenzt